Biogas

Biogas spiegelt die Verwirklichung eines Ziels wieder, sich mit regenerativen Brennstoffen unabhängig von fossilen Energieträgern wie Erdöl oder Erdgas zu machen. Ebenso wie Erdgas kann Biogas zur Erzeugung von Wärme und elektrischem Strom genutzt werden. Um es jedoch in das herkömmliche Erdgasnetz einspeisen zu können, muss es vorher aufbereitet werden.


Entstehung und Nutzen von Biogas

Biomasse zur Herstellung von BiogasBiogas ist ebenso wie sein fossiler Gegenpart ein brennbares Gas welches zum überwiegenden Teil aus Methan besteht. Der große Unterschied ist jedoch das weitere Vorhandensein von Schwefelwasserstoff und Ammoniak. Dieses verursacht Korrosion in maschinellen Bauteilen von Turbinen und Motoren und muss aus diesem Grund bei der Biogasaufbereitung entfernt werden. Es unterscheidet sich also nicht nur je nach Herstellung, sondern muss in der Regel auch an das Qualitätsniveau von Erdgas angepasst werden.

Anders als dieses entsteht Biogas nicht über Millionen von Jahren in tiefen Sedimentschichten der Erde, sondern in der Land- und Forstwirtschaft. Die Art der Biogas Entstehung oder besser gesagt die der Herstellung ist dabei im Prinzip immer die Gleiche. Durch Vergärung von Biomasse entsteht hierbei Biogas. Zur Biomasse zählen Pflanzenreste, tierische bzw. Kompost-Abfälle oder auch speziell für die Biogasherstellung produzierte Energiepflanzen. Diese werden unter Abwesenheit von Sauerstoff eingelagert und einem chemischer Prozess zugeführt. Hierbei spielen Bakterien eine ebenso tragende Rolle wie bei der Entstehung von Erdgas. Durch einen natürlich Prozess setzen diese die enthaltenen Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette in die Hauptbestandteile Methan und Kohlenstoffdioxid um. Wobei ersteres über die Qualität und den Brennwert von Biogas bestimmt. Je nach Verwendungszweck wird das entstandene Gas anschließend einer Qualitätsaufbereitung zugeführt.

Der Nutzen von Biogas ist wirtschaftlich eingeschränkt. Zwar ist es ebenso vielseitig einsetzbar wie herkömmliches Erdgas, jedoch muss die Qualität zur Wärmeerzeugung angepasst werden. Der Hauptnutzen von Biogas fällt hingegen auf die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ab. Hierbei wird das Biogas primär zur Stromerzeugung genutzt. Die dabei entstehende Wärme wird vor Ort verbraucht. Dies ist nicht nur die effizienteste, sondern gleichzeitig auch die wirtschaftlichste Methode zur Nutzung von Biogas.
Darüber hinaus kann das ökologische Gas auch zum Betrieb von Fahrzeugen genutzt werden.

Ein nicht zu vernachlässigbarer Fakt ist jedoch die wirtschaftlich und ökologisch problematische Methode der vermehrten Produktion von Energiepflanzen. Zwar ist es für die Landwirtschaft ein lohnendes Geschäft, ihre Felder nach der Haupternte zusätzlich mit Raps zur Produktion von Biosprit oder Autogas zu bewirtschaften, jedoch wird der Sinn und Zweck dessen stark diskutiert. So möchte man durch die Nutzung von umweltverträglichen Energieträgern den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß zwar senken, erhöht durch die steigende Produktion und Weiterverarbeitung von Biogas jedoch andere klimarelevanten Emissionen.

Das Ziel sich von fossilen Energieträgern unabhängig zu machen ist unumstritten der richtige Weg für eine moderne Gesellschaft in der Zukunft. Was dabei jedoch nie vergessen werden sollte, ist die kritische Gegenüberstellung von Aufwand und Nutzen von neuen vermeintlich umweltschonenderen Methoden.


Biogasanlagen in Deutschland

BiogasanlageDas steigende Umweltbewusstsein in unserer Gesellschaft gepaart mit Gesetzesbeschlüssen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes führte zu einem enormen Zuwachs an Biogasanlagen in Deutschland der fortwährend anhält. Allein von 1999 bis 2010 wuchs die Zahl von circa 700 auf 5905 Biogasanlagen allein in Deutschland. Unterstützt wird dieser Trend durch die stetig steigenden Energiepreise bei Strom, Gas und Kraftstoffen.